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Elektronotfälle – Richtig handeln bei Stromunfällen und elektrischen Verletzungen

  • 3. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Was sind Elektronotfälle?

Elektronotfälle umfassen alle Unfälle, bei denen Menschen mit elektrischem Strom in Kontakt kommen oder durch dessen Auswirkungen verletzt werden. Je nach Spannung, Stromstärke, Einwirkdauer und Stromweg durch den Körper können die Folgen von leichten Hautverletzungen bis hin zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen oder einem Herz-Kreislauf-Stillstand reichen.

Elektrounfälle können in Industrie- und Produktionsbetrieben, auf Baustellen, in Werkstätten oder auch im privaten Umfeld auftreten. Besonders gefährlich sind Arbeiten an elektrischen Anlagen, defekten Geräten oder Hochspannungsanlagen.



Warum ist elektrischer Strom so gefährlich?

Elektrischer Strom kann den menschlichen Körper auf verschiedene Weise schädigen.

Mögliche Folgen sind:

  • Herzrhythmusstörungen

  • Herz-Kreislauf-Stillstand

  • Atemstillstand

  • Muskelverkrampfungen

  • Verbrennungen an Ein- und Austrittsstellen

  • Nervenschäden

  • Verletzungen durch Stürze infolge eines Stromschlags

Bereits vergleichsweise geringe Stromstärken können unter ungünstigen Bedingungen gefährlich sein. Deshalb sollte jeder Stromunfall ernst genommen werden.


Häufige Ursachen von Elektronotfällen

Elektronotfälle entstehen unter anderem durch:

  • beschädigte elektrische Geräte

  • defekte Kabel oder Steckverbindungen

  • Arbeiten an spannungsführenden Anlagen

  • unsachgemässe Installationen

  • Feuchtigkeit in Verbindung mit Elektrizität

  • Kontakt mit Hochspannungsleitungen

  • Arbeitsunfälle in Industrie und Handwerk

Durch geeignete Sicherheitsmassnahmen und regelmässige Instruktionen lassen sich viele dieser Unfälle vermeiden.


Was ist bei einem Stromunfall wichtig?

Die eigene Sicherheit hat immer oberste Priorität. Eine verletzte Person darf nicht berührt werden, solange sie möglicherweise noch unter Spannung steht. Erst wenn sichergestellt ist, dass keine Gefahr mehr besteht oder die Stromquelle abgeschaltet wurde, kann Hilfe geleistet werden.

Anschliessend gilt es,

  • den Notruf 144 abzusetzen,

  • den Zustand der betroffenen Person zu beurteilen,

  • bei Bedarf lebensrettende Sofortmassnahmen einzuleiten,

  • und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bei der betroffenen Person zu bleiben.

Bei Bewusstlosigkeit oder fehlender normaler Atmung sind eine sofortige Reanimation und – falls verfügbar – der Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) entscheidend.


Weshalb ist ein AED bei Stromunfällen wichtig?

Elektrischer Strom kann lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen oder einen Herz-Kreislauf-Stillstand auslösen.

Kommt es zu einem Kreislaufstillstand, erhöhen eine sofort begonnene Herzdruckmassage und die rasche Anwendung eines AED die Überlebenschancen erheblich.

Deshalb gehören die sichere Durchführung einer Reanimation und der Umgang mit einem AED zu den wichtigsten Inhalten moderner Erste-Hilfe-Schulungen.


Elektronotfälle in Unternehmen

Industriebetriebe, Energieversorger, Elektroinstallationsunternehmen sowie Produktionsbetriebe verfügen häufig über ein erhöhtes Risiko für Stromunfälle.

Deshalb gehören regelmässige Instruktionen und praxisnahe Erste-Hilfe-Schulungen zu einem wichtigen Bestandteil der Arbeitssicherheit.

Je nach Gefährdung können unterschiedliche Ausbildungsstufen sinnvoll sein:

  • BLS-AED-SRC Kurse für alle Mitarbeitenden

  • IVR First Aid Kurse für Betriebssanitäterinnen und Betriebssanitäter

  • Schulungen im betrieblichen Notfallmanagement

Durch regelmässiges Training lernen Mitarbeitende, Notfälle sicher einzuschätzen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes angemessen zu handeln.


Prävention ist der beste Schutz

Viele Elektrounfälle lassen sich vermeiden.

Dazu gehören unter anderem:

  • regelmässige Kontrolle elektrischer Anlagen

  • fachgerechte Wartung von Geräten

  • konsequente Einhaltung von Sicherheitsvorschriften

  • geeignete persönliche Schutzausrüstung

  • Instruktion und Ausbildung der Mitarbeitenden

  • regelmässige Erste-Hilfe-Schulungen

Prävention und Ausbildung ergänzen sich und tragen wesentlich zur Sicherheit am Arbeitsplatz bei.


Häufige Fragen


Muss jede Person nach einem Stromunfall ärztlich untersucht werden?

Ein Stromunfall sollte grundsätzlich ernst genommen werden. Ob eine ärztliche Untersuchung notwendig ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Spannung, Beschwerden und Verletzungen ab. Im Zweifelsfall sollte eine medizinische Beurteilung erfolgen.


Darf ich eine Person anfassen, die unter Strom steht?

Nein. Solange nicht sichergestellt ist, dass keine Spannung mehr anliegt, besteht Lebensgefahr auch für Helfende. Die eigene Sicherheit hat immer Vorrang.


Kann ein Stromunfall einen Herzstillstand verursachen?

Ja. Elektrischer Strom kann gefährliche Herzrhythmusstörungen oder einen Herz-Kreislauf-Stillstand auslösen. Deshalb sind eine rasche Alarmierung, eine hochwertige Reanimation und – falls verfügbar – der Einsatz eines AED von grosser Bedeutung.


Welche Schulung ist für Elektro- und Industriebetriebe sinnvoll?

Für die meisten Mitarbeitenden empfiehlt sich ein BLS-AED-SRC Kurs. Unternehmen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial oder internen Ersthelfenden profitieren häufig zusätzlich von der Ausbildung von Betriebssanitäterinnen und Betriebssanitätern nach IVR.


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