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Was tun bei einem Herzstillstand?

  • 1. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Ein Herzstillstand gehört zu den häufigsten lebensbedrohlichen Notfällen. In der Schweiz erleiden jedes Jahr mehrere Tausend Menschen ausserhalb eines Spitals einen Kreislaufstillstand. Ohne sofortige Hilfe sinken die Überlebenschancen innerhalb weniger Minuten drastisch.


Wer die Anzeichen erkennt und schnell handelt, kann entscheidend dazu beitragen, ein Leben zu retten.



Was ist ein Herzstillstand?

Bei einem Herzstillstand hört das Herz auf, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Dadurch werden Gehirn, Herz und andere lebenswichtige Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt.

Bereits nach wenigen Minuten beginnen irreversible Schäden, insbesondere im Gehirn.

Ein Herzstillstand ist nicht dasselbe wie ein Herzinfarkt:

Herzinfarkt

Bei einem Herzinfarkt wird ein Herzkranzgefäss verschlossen. Das Herz arbeitet zunächst meist weiter.

Herzstillstand

Beim Herzstillstand versagt die Pumpfunktion des Herzens vollständig. Die betroffene Person verliert das Bewusstsein und reagiert nicht mehr.

Ein Herzinfarkt kann zu einem Herzstillstand führen.


Typische Ursachen eines Herzstillstands

Die häufigsten Ursachen bei Erwachsenen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:

  • Bluthochdruck

  • Rauchen

  • Diabetes mellitus

  • Bewegungsmangel

  • Übergewicht

  • Erhöhte Cholesterinwerte

  • Bekannte Herzerkrankungen

Diese Faktoren lassen sich durch einen gesunden Lebensstil und medizinische Betreuung teilweise beeinflussen.  


Wie erkennst du einen Herzstillstand?

Gemäss den aktuellen SRC-Lehraussagen liegt ein Kreislaufstillstand vor, wenn eine Person:

  • bewusstlos ist

  • nicht normal atmet oder überhaupt nicht atmet

Eine Pulskontrolle ist für Ersthelfende nicht erforderlich.  

Warnzeichen

Folgende Anzeichen sprechen für einen Herzstillstand:

  • Die Person reagiert nicht auf Ansprechen.

  • Die Person reagiert nicht auf Berührung.

  • Keine normale Atmung.

  • Schnappatmung oder einzelne unregelmässige Atemzüge.

  • Plötzlicher Kollaps.

Wichtig: Eine Schnappatmung ist keine normale Atmung und muss als möglicher Herzstillstand betrachtet werden.


Schritt 1: Eigene Sicherheit beachten

Bevor du hilfst, überprüfe die Umgebung.

Beispiele:

  • Verkehr

  • Stromquellen

  • Feuer

  • Rauch

  • Chemikalien

  • Absturzgefahr

Die Sicherheit der Helfenden hat immer Vorrang.  


Schritt 2: Bewusstsein prüfen

Sprich die Person laut an:

“Hallo, können Sie mich hören?”

Reagiert die Person nicht:

  • An den Schultern rütteln

  • Erneut laut ansprechen

Keine Reaktion bedeutet Bewusstlosigkeit.


Schritt 3: Hilfe organisieren

Sobald die Bewusstlosigkeit erkannt wurde:

  • Notruf 144 alarmieren

  • Umstehende Personen aktiv ansprechen

  • AED organisieren lassen

Der SRC empfiehlt, unmittelbar nach Erkennen der Bewusstlosigkeit Hilfe zu organisieren und den Rettungsdienst zu alarmieren.  


Schritt 4: Atmung kontrollieren

Öffne die Atemwege:

  • Kopf vorsichtig nach hinten neigen

  • Kinn anheben

Danach die Atmung beurteilen:

  • Sehen

  • Hören

  • Fühlen

Die Atmung soll maximal zehn Sekunden überprüft werden. Die Atemwege werden durch Überstrecken des Kopfes und Anheben des Kinns geöffnet.  


Keine normale Atmung?

Dann liegt ein vermuteter Herzstillstand vor.

Die Reanimation muss sofort begonnen werden.  


Reanimation beginnen


Herzdruckmassage

Die Herzdruckmassage hat höchste Priorität.  

Druckpunkt

Mitte des Brustkorbs auf der unteren Hälfte des Brustbeins.  

Drucktiefe

5 bis 6 Zentimeter.  

Frequenz

100 bis 120 Kompressionen pro Minute.  

Entlastung

Nach jeder Kompression muss der Brustkorb vollständig entlastet werden.  

Unterbrechungen

Unterbrechungen sollen auf ein Minimum reduziert werden.


Beatmung

Wenn eine geschulte Person beatmen kann, erfolgt die Reanimation im Verhältnis:

30 Herzdruckmassagen : 2 Beatmungen

Kann oder möchte jemand nicht beatmen, soll zumindest kontinuierlich eine Herzdruckmassage durchgeführt werden.  


AED einsetzen

Sobald ein AED verfügbar ist:

  1. Gerät einschalten

  2. Sprachansagen folgen

  3. Elektroden aufkleben

  4. Analyse abwarten

  5. Falls gefordert Schock auslösen

  6. Sofort mit Herzdruckmassage fortfahren

Der Einsatz des AED erfolgt gemäss den Anweisungen des Gerätes.  


Wo werden die Elektroden angebracht?

  • Eine Elektrode unterhalb des rechten Schlüsselbeins

  • Eine Elektrode unterhalb der linken Achselhöhle


Wann wird die Reanimation beendet?

Die Massnahmen werden fortgesetzt bis:

  • professionelle Hilfe übernimmt

  • die betroffene Person wieder normale Lebenszeichen zeigt

  • die Helfenden vollständig erschöpft sind

  • die Situation für die Helfenden gefährlich wird


Häufige Fehler

Zu lange warten

Viele Menschen verlieren wertvolle Zeit, weil sie hoffen, dass die Person von selbst wieder zu sich kommt.

Keine Alarmierung

Der Notruf 144 sollte so früh wie möglich erfolgen.

Zu flache Herzdruckmassage

Die Drucktiefe von 5 bis 6 cm wird häufig unterschritten.

Angst vor Fehlern

Wer nichts tut, hat praktisch keine Chance, die Situation zu verbessern. Bereits eine konsequente Herzdruckmassage erhöht die Überlebenschancen erheblich.


Prävention

Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen können beeinflusst werden durch:

  • regelmässige Bewegung

  • Rauchstopp

  • gesunde Ernährung

  • Blutdruckkontrolle

  • Cholesterinkontrolle

  • Diabetesbehandlung


Fazit

Ein Herzstillstand ist ein absoluter Notfall. Entscheidend sind das rasche Erkennen, die sofortige Alarmierung über die Notrufnummer 144, eine wirksame Herzdruckmassage und der frühzeitige Einsatz eines AED. Bereits einfache Massnahmen können die Überlebenschancen deutlich verbessern. Die wichtigste Regel lautet: Bei Verdacht auf einen Herzstillstand handeln statt abwarten.


FAQ


Woran erkenne ich einen Herzstillstand?

Eine Person ist bewusstlos und atmet nicht normal oder gar nicht.


Muss ich den Puls kontrollieren?

Nein. Für Ersthelfende ist eine Pulskontrolle nicht erforderlich.  


Welche Notrufnummer gilt in der Schweiz?

144 - Sanitätsnotruf

112 - Europäischer Notruf

117 - Polizei Notruf

118 -  Feuerwehr Notruf


Alle diese Notrufnummern funktionieren im Notfall.


145 - Toxikologisches Zentrum (Auskunft)


Was mache ich, wenn ich nicht beatmen kann?

Beginne sofort mit der Herzdruckmassage und führe diese ohne Unterbruch fort, bis Hilfe eintrifft.  


Kann ich bei der Reanimation Rippen brechen?

Ja. Rippenbrüche können auftreten und sind kein Grund, die Reanimation abzubrechen.  


Darf ich einen AED benutzen?

Ja. AEDs sind für die Anwendung durch Laien konzipiert und geben klare Sprachansagen.  


Was passiert, wenn ich einen Fehler mache?

Der grösste Fehler ist meist, gar nicht zu handeln. Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute.  



Quelle: SRC Kursrichtlinien 2025, Lehraussagen und BLS-AED-SRC-Algorithmus.  

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