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Reanimation (BLS-AED): Leben retten mit einfachen Massnahmen

  • 1. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand kann jederzeit und überall auftreten. Ob am Arbeitsplatz, im Verein, zuhause oder unterwegs – die ersten Minuten entscheiden häufig über Leben und Tod.


Mit den Grundlagen der Reanimation (BLS-AED) können auch medizinische Laien wirksam helfen und die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.


Die aktuellen Empfehlungen des Swiss Resuscitation Council (SRC) bilden die Grundlage aller BLS-AED-SRC Kurse in der Schweiz.



Wann muss reanimiert werden?Was bedeutet BLS-AED?


BLS

BLS steht für:

Basic Life Support

Darunter versteht man die lebensrettenden Sofortmassnahmen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Dazu gehören:

  • Bewusstseinskontrolle

  • Atemkontrolle

  • Alarmierung

  • Herzdruckmassage

  • Beatmung

AED

AED steht für:

Automatisierter Externer Defibrillator

Der AED analysiert den Herzrhythmus und kann bei bestimmten Herzrhythmusstörungen einen Elektroschock empfehlen.


Wann muss reanimiert werden?

Gemäss SRC wird mit der Reanimation begonnen, wenn:

  • eine Person bewusstlos ist

  • keine normale Atmung vorhanden ist

Die betroffene Person reagiert weder auf Ansprache noch auf Berührung und zeigt keine normale Atmung. Schnappatmung gilt nicht als normale Atmung.


Schritt 1: Eigenschutz

Bevor Hilfe geleistet wird, muss die Umgebung überprüft werden.

Beispiele:

  • Verkehr

  • Maschinen

  • Strom

  • Feuer

  • Chemikalien

  • Absturzgefahr

Nur wenn die Situation sicher ist, soll Hilfe geleistet werden.


Schritt 2: Bewusstsein kontrollieren

Die Person wird laut angesprochen:

“Hallo, können Sie mich hören?”

Anschliessend werden die Schultern vorsichtig gerüttelt.

Keine Reaktion bedeutet:

Bewusstlosigkeit


Schritt 3: Hilfe organisieren

Sobald die Bewusstlosigkeit festgestellt wird:

  • Notruf 144 alarmieren

  • Umstehende Personen aktiv ansprechen

  • AED organisieren lassen

Beispiel:

“Sie mit der roten Jacke: Rufen Sie 144 an!”

“Sie dort: Holen Sie den AED!”

Klare Anweisungen verhindern Missverständnisse.


Schritt 4: Atmung kontrollieren

Die Atemwege werden geöffnet:

  • Kopf vorsichtig überstrecken

  • Kinn anheben

Danach wird die Atmung maximal zehn Sekunden beurteilt.

Dabei:

  • Brustkorb beobachten

  • Atemgeräusche hören

  • Atemluft fühlen

Normale Atmung

Normale regelmässige Atemzüge.

Keine normale Atmung

  • Schnappatmung

  • vereinzelte Atemzüge

  • keine Atmung

Dann muss sofort mit der Reanimation begonnen werden.


Schritt 5: Herzdruckmassage

Die Herzdruckmassage hat höchste Priorität.

Handposition

Mitte des Brustkorbs auf der unteren Hälfte des Brustbeins.

Körperhaltung

  • Arme gestreckt

  • Schultern senkrecht über dem Brustkorb

  • Druck aus dem Oberkörper

Drucktiefe

5 bis 6 Zentimeter

Frequenz

100 bis 120 Kompressionen pro Minute

Als Orientierung eignet sich ungefähr der Rhythmus vieler bekannter Songs mit rund 100–120 Schlägen pro Minute.

Entlastung

Nach jeder Kompression muss der Brustkorb vollständig entlastet werden.

Unterbrechungen

Unterbrechungen sollen möglichst vermieden werden.


Schritt 6: Beatmung

Geschulte Helfende kombinieren:

30 Thoraxkompressionen mit 2 Beatmungen


Durchführung

  • Atemwege öffnen

  • Nase verschliessen

  • Mund-zu-Mund-Beatmung

  • Brustkorb hebt sich sichtbar

Danach sofort mit den nächsten 30 Kompressionen fortfahren.


Was tun, wenn ich nicht beatmen möchte?

Der SRC empfiehlt:

Wenn keine Beatmung durchgeführt werden kann oder möchte, soll zumindest eine kontinuierliche Herzdruckmassage erfolgen.

Dies ist deutlich besser als gar keine Reanimation.


Schritt 7: AED einsetzen

Sobald ein AED verfügbar ist:

Gerät einschalten

Der AED startet automatisch die Sprachansagen.

Elektroden aufkleben

Erwachsene:

  • eine Elektrode rechts oben am Brustkorb

  • eine Elektrode links seitlich unterhalb der Achsel

Analyse abwarten

Niemand berührt die betroffene Person.

Schockabgabe

Falls der AED einen Schock empfiehlt:

  • alle Personen Abstand nehmen lassen

  • Schocktaste drücken

Sofort weiter reanimieren

Unmittelbar nach dem Schock wird die Reanimation fortgesetzt.


Warum ist der AED so wichtig?

Viele Herzstillstände werden durch Herzrhythmusstörungen verursacht.

Ein AED kann diese erkennen und bei bestimmten Rhythmen einen Elektroschock abgeben.

Je früher ein AED eingesetzt wird, desto höher sind die Überlebenschancen.


Reanimation im Team

Sind mehrere Helfende vor Ort:

Helfer 1

  • Herzdruckmassage

Helfer 2

  • Beatmung

  • AED vorbereiten

  • Notruf organisieren

Alle zwei Minuten kann ein Wechsel erfolgen, um Ermüdung zu vermeiden.


Häufige Fehler bei der Reanimation


Zu lange Atmung kontrollieren

Die Atemkontrolle soll nicht länger als zehn Sekunden dauern.


Zu schwache Kompressionen

Der Brustkorb muss 5 bis 6 Zentimeter eingedrückt werden.


Zu langsame Frequenz

100 bis 120 Kompressionen pro Minute.


Lange Unterbrechungen

Pausen verschlechtern die Durchblutung.


Angst vor Fehlern

Der häufigste Fehler besteht darin, gar nicht zu handeln.


Was passiert nach erfolgreicher Reanimation?

Zeigt die betroffene Person wieder:

  • normale Atmung

  • Bewegung

  • Husten

  • Reaktion

wird die Reanimation gestoppt.

Anschliessend:

  • Atmung überwachen

  • Person betreuen

  • auf Rettungsdienst warten


Warum regelmässiges Training wichtig ist

Reanimation ist eine praktische Fertigkeit.

Studien zeigen, dass Wissen und Fertigkeiten mit der Zeit abnehmen.

Regelmässige Auffrischungskurse helfen dabei:

  • Handlungssicherheit zu gewinnen

  • Fehler zu vermeiden

  • schneller zu reagieren

  • die Qualität der Reanimation zu verbessern


Reanimation am Arbeitsplatz

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand kann auch im Unternehmen auftreten.

Deshalb setzen viele Unternehmen auf:

  • BLS-AED-SRC Schulungen

  • Ersthelfende im Betrieb

  • AED-Systeme

  • Notfallkonzepte

Regelmässige Schulungen stärken die betriebliche Notfallvorsorge und erhöhen die Sicherheit für Mitarbeitende und Besucher.


Fazit

Die Reanimation gehört zu den wichtigsten lebensrettenden Massnahmen überhaupt. Wer einen Herzstillstand erkennt, den Notruf alarmiert, sofort mit der Herzdruckmassage beginnt und einen AED einsetzt, kann entscheidend dazu beitragen, Leben zu retten. Die aktuellen BLS-AED-SRC Richtlinien bieten dafür einen klaren und einfach umsetzbaren Handlungsablauf.


FAQ


Wann muss ich mit der Reanimation beginnen?

Wenn eine Person bewusstlos ist und nicht normal atmet.


Muss ich den Puls kontrollieren?

Nein. Für Ersthelfende ist keine Pulskontrolle erforderlich.


Was bedeutet BLS?

Basic Life Support – lebensrettende Sofortmassnahmen bei Herzstillstand.


Was bedeutet AED?

Automatisierter Externer Defibrillator.


Darf jede Person einen AED benutzen?

Ja. AED-Geräte sind speziell für die Anwendung durch Laien entwickelt.


Was ist wichtiger: Herzdruckmassage oder Beatmung?

Die Herzdruckmassage hat höchste Priorität.


Was mache ich, wenn ich keine Beatmung durchführen möchte?

Dann soll eine kontinuierliche Herzdruckmassage durchgeführt werden.


Kann ich bei der Reanimation Rippen brechen?

Ja. Rippenverletzungen können auftreten und sind kein Grund, die Reanimation zu stoppen.


Wann wird die Reanimation beendet?

Wenn professionelle Hilfe übernimmt, die Person wieder normale Lebenszeichen zeigt oder die Helfenden nicht mehr weitermachen können.


Wie oft sollte eine Reanimationsschulung aufgefrischt werden?

Regelmässige Auffrischungen helfen, Wissen und praktische Fertigkeiten langfristig zu erhalten. Für Unternehmen werden deshalb häufig Refresher-Kurse angeboten.


Quelle: SRC Kursrichtlinien 2025, Lehraussagen und BLS-AED-SRC-Algorithmus.  

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