Was ist ein AED? Funktion, Anwendung und Bedeutung im Notfall
- 16. Juli
- 5 Min. Lesezeit
Was ist ein AED?
Ein AED (Automatisierter Externer Defibrillator) ist ein medizinisches Gerät, das bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand eingesetzt wird. Seine Aufgabe besteht darin, den Herzrhythmus zu analysieren und – falls erforderlich – einen elektrischen Schock abzugeben.
Automatisierte Externe Defibrillatoren wurden speziell dafür entwickelt, auch von Personen ohne medizinische Ausbildung sicher verwendet zu werden. Klare Sprach- und teilweise Bildanweisungen führen Schritt für Schritt durch den gesamten Ablauf.
Der AED ersetzt jedoch nicht die Reanimation. Er ergänzt die Herzdruckmassage und erhöht zusammen mit einer früh begonnenen Wiederbelebung die Überlebenschancen.

Wofür steht die Abkürzung AED?
AED bedeutet:
Automatisierter Externer Defibrillator
Automatisiert, weil das Gerät den Herzrhythmus selbstständig analysiert.
Extern, weil die Elektroden von aussen auf den Brustkorb geklebt werden.
Defibrillator, weil das Gerät bei bestimmten Herzrhythmusstörungen einen Defibrillationsschock abgeben kann.
Warum wird ein AED benötigt?
Das Herz schlägt normalerweise durch ein eigenes elektrisches Reizleitungssystem regelmässig und koordiniert.
Bei einigen Herzstillständen gerät dieses elektrische System ausser Kontrolle. Der Herzmuskel zieht sich nicht mehr geordnet zusammen, sondern zittert oder schlägt chaotisch. Dadurch kann das Herz kein Blut mehr durch den Körper pumpen.
In dieser Situation kommt der Blutkreislauf zum Erliegen und Gehirn sowie lebenswichtige Organe erhalten keinen Sauerstoff mehr.
Ein AED kann bestimmte dieser Herzrhythmusstörungen erkennen und – sofern medizinisch angezeigt – einen elektrischen Schock empfehlen.
Was bewirkt der elektrische Schock?
Viele Menschen glauben, ein AED würde das Herz “wieder starten”.
Das ist nicht ganz richtig.
Der Defibrillationsschock beendet die ungeordnete elektrische Aktivität des Herzmuskels für einen kurzen Moment. Dadurch erhält das körpereigene Reizleitungssystem die Möglichkeit, wieder einen geordneten Herzrhythmus aufzubauen.
Ob dies gelingt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Deshalb bleibt die Herzdruckmassage auch nach einer Schockabgabe unverzichtbar.
Wann wird ein AED eingesetzt?
Ein AED wird eingesetzt, wenn:
eine Person bewusstlos ist,
keine normale Atmung vorhanden ist,
der Verdacht auf einen Herz-Kreislauf-Stillstand besteht.
Die Anwendung erfolgt immer zusätzlich zur Reanimation.
Kann ein AED jeder Person helfen?
Nein.
Ein Defibrillationsschock hilft nur bei bestimmten Herzrhythmusstörungen.
Deshalb analysiert der AED den Herzrhythmus automatisch.
Nur wenn ein sogenannter schockbarer Rhythmus vorliegt, fordert das Gerät zur Schockabgabe auf.
Liegt kein schockbarer Rhythmus vor, wird kein Schock abgegeben. Stattdessen fordert das Gerät dazu auf, die Reanimation fortzusetzen.
Dadurch ist eine Fehlanwendung praktisch ausgeschlossen.
Kann ich mit einem AED etwas falsch machen?
Automatisierte Externe Defibrillatoren wurden speziell für die Anwendung durch Ersthelfende entwickelt.
Das Gerät:
analysiert den Herzrhythmus selbstständig,
entscheidet selbst, ob ein Schock erforderlich ist,
gibt klare Sprachanweisungen,
verhindert eine Schockabgabe, wenn diese nicht medizinisch angezeigt ist.
Deshalb dürfen AEDs auch von Personen ohne medizinische Ausbildung verwendet werden.
Wie wird ein AED angewendet?
Nach dem Einschalten führt das Gerät Schritt für Schritt durch den Ablauf.
Grundsätzlich umfasst die Anwendung folgende Schritte:
Gerät einschalten.
Elektroden gemäss Abbildung auf den Brustkorb kleben.
Während der Analyse niemanden die betroffene Person berühren lassen.
Falls ein Schock empfohlen wird, Anweisungen des Geräts befolgen.
Anschliessend sofort mit der Reanimation fortfahren.
Die Herzdruckmassage soll möglichst nur für die notwendigen Analysen und gegebenenfalls die Schockabgabe kurz unterbrochen werden.
Warum ist Zeit so entscheidend?
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Je früher:
die Reanimation beginnt,
ein AED eingesetzt wird,
der Rettungsdienst eintrifft,
desto grösser sind die Chancen auf ein gutes neurologisches Behandlungsergebnis.
Deshalb gehören die Alarmierung des Rettungsdienstes, die Herzdruckmassage und der frühzeitige AED-Einsatz untrennbar zusammen.
Wo befinden sich AEDs?
Heute sind Automatisierte Externe Defibrillatoren an vielen öffentlich zugänglichen Orten verfügbar.
Beispiele:
Bahnhöfe
Flughäfen
Einkaufszentren
Sportanlagen
Schulen
Unternehmen
Verwaltungen
Hotels
Alters- und Pflegeheime
Immer mehr Betriebe entscheiden sich zudem bewusst für einen AED als Bestandteil ihres betrieblichen Notfallmanagements.
Weiter gibt es diverse Applikationen für auf Mobilgeräte, welche ebenfalls Standorte anzeigen und sogar dahin navigieren.
First Responder App
In zahlreichen Schweizer Kantonen werden sogenannte First Responder über regionale Alarmierungssysteme aufgeboten. Geschulte Ersthelfende in der Nähe eines Notfalls erhalten eine Alarmierung und können häufig bereits wenige Minuten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand mit der Reanimation beginnen.
Welche App eingesetzt wird, ist vom jeweiligen Kanton oder Rettungsdienst abhängig.
Staying Alive
Die kostenlose App Staying Alive zeigt weltweit registrierte AED-Standorte an und bietet gleichzeitig Informationen zur Reanimation.
Sie eignet sich insbesondere, um bereits im Alltag den nächstgelegenen AED zu finden.
Defikarte.ch ist ein Schweizer AED-Verzeichnis mit zahlreichen öffentlich zugänglichen Defibrillatoren.
Unternehmen, Gemeinden und Organisationen können ihre AEDs registrieren und so zur besseren Versorgung beitragen.
Tipp für Unternehmen
Unternehmen mit einem eigenen AED sollten prüfen, ob dieser in den regionalen AED-Verzeichnissen registriert werden kann. Dadurch kann der Defibrillator im Ernstfall auch ausserhalb der Betriebszeiten schneller gefunden werden und einen wichtigen Beitrag zur Rettung von Menschenleben leisten.
Empfehlung von Healthspot
Wir empfehlen, sich bereits vor einem Notfall mit dem Standort des nächstgelegenen AED vertraut zu machen und – sofern im eigenen Kanton verfügbar – eine anerkannte First-Responder-App zu nutzen. Noch wichtiger ist jedoch, die Anwendung eines AED und die Durchführung einer Reanimation regelmässig zu trainieren. In unseren BLS-AED-SRC-Kursen lernen Teilnehmende den sicheren Umgang mit einem Defibrillator sowie die Wiederbelebung nach den aktuellen Richtlinien des Swiss Resuscitation Council (SRC).
Hinweis zur Schweiz
Da die Alarmierung von First Respondern kantonal organisiert ist, gibt es keine schweizweit einheitliche First-Responder-App. Welche App verwendet wird, hängt vom jeweiligen Kanton oder Rettungsdienst ab. Deshalb empfiehlt es sich, die Informationen des Wohn- oder Arbeitskantons zu konsultieren oder den lokalen Rettungsdienst zu fragen. Diese Formulierung ist fachlich korrekt und bleibt auch bei zukünftigen Änderungen der kantonalen Systeme aktuell.
AED im Unternehmen
Ein Herz-Kreislauf-Stillstand kann jederzeit auch am Arbeitsplatz auftreten.
Deshalb setzen viele Unternehmen auf:
BLS-AED-SRC-Schulungen,
geschulte Ersthelfende,
ein Notfallkonzept,
einen oder mehrere AEDs.
Ein AED ersetzt zwar keine medizinische Versorgung, kann jedoch gemeinsam mit einer früh begonnenen Reanimation einen entscheidenden Beitrag zur Rettung von Menschenleben leisten.
Häufige Irrtümer über AEDs
“Ich darf keinen AED benutzen.”
Falsch.
AEDs wurden ausdrücklich für Ersthelfende entwickelt.
“Ich könnte jemanden töten.”
Nein.
Der AED gibt nur dann einen Schock frei, wenn dies medizinisch sinnvoll ist.
“Ich muss medizinisches Fachpersonal sein.”
Nein.
Das Gerät erklärt jeden einzelnen Schritt.
“Der AED ersetzt die Herzdruckmassage.”
Nein.
Die Reanimation bleibt die wichtigste Massnahme. Der AED ergänzt sie.
Fazit
Ein Automatisierter Externer Defibrillator ist ein wichtiger Bestandteil der modernen Wiederbelebung. Er analysiert den Herzrhythmus selbstständig und kann bei bestimmten lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen einen Defibrillationsschock empfehlen. Zusammen mit einer sofort begonnenen Herzdruckmassage und einer raschen Alarmierung des Rettungsdienstes trägt der frühzeitige Einsatz eines AED wesentlich dazu bei, die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu verbessern. Moderne AEDs sind so konzipiert, dass sie sicher von medizinischen Laien angewendet werden können.
FAQ
Was bedeutet AED?
AED steht für Automatisierter Externer Defibrillator.
Wann wird ein AED eingesetzt?
Bei einem vermuteten Herz-Kreislauf-Stillstand, wenn eine Person bewusstlos ist und nicht normal atmet.
Kann jede Person einen AED benutzen?
Ja. AEDs sind speziell für die Anwendung durch Ersthelfende entwickelt.
Kann ein AED einen Fehler machen?
Der AED analysiert den Herzrhythmus selbstständig und gibt nur dann einen Schock frei, wenn dies medizinisch angezeigt ist.
Ersetzt ein AED die Reanimation?
Nein. Die Herzdruckmassage bleibt die wichtigste Massnahme und wird nur für die notwendigen Analysen und eine allfällige Schockabgabe kurz unterbrochen.
Startet ein AED das Herz wieder?
Nicht direkt. Ein Defibrillationsschock beendet eine ungeordnete elektrische Aktivität des Herzmuskels, sodass das körpereigene Reizleitungssystem wieder einen geordneten Herzrhythmus aufnehmen kann.
Wo findet man öffentliche AEDs?
Beispielsweise an Bahnhöfen, Flughäfen, Sportanlagen, Schulen, Unternehmen, Einkaufszentren oder in öffentlichen Gebäuden.
Warum bietet Healthspot BLS-AED-SRC-Kurse an?
Der sichere Umgang mit einem AED lässt sich am besten praktisch trainieren. In unseren BLS-AED-SRC-Kursen lernen Teilnehmende den vollständigen Ablauf der Reanimation nach den aktuellen Richtlinien des Swiss Resuscitation Council (SRC) – von der Erkennung eines Herz-Kreislauf-Stillstands über die Herzdruckmassage bis zur sicheren Anwendung eines AED. So gewinnen Ersthelfende die notwendige Handlungssicherheit für den Ernstfall.


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